Der neue Personalausweis

BSI zertifiziert erste eID-Server

Datum 25.01.2018

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat die ersten beiden eID-Server für den elektronischen Identitätsnachweis mit dem Personalausweis (PA) und dem elektronischen Aufenthaltstitel (eAT) nach der Technischen Richtlinie BSI TR-03130 zertifiziert und damit die korrekte und sichere Funktion der beiden eID-Software-Produkte POSeIDAS und eID Middleware bescheinigt.

POSeIDAS stellt Anbietern von Online-Diensten eine einfache Schnittstelle gemäß BSI TR-03130 zur EU-weiten Integration der Online-Ausweisfunktion in ihre Web-Anwendungen zur Verfügung und übernimmt die sichere Kommunikation mit der eID-Client-Software und dem Ausweis-Chip. Damit kann die deutsche Online-Ausweisfunktion auch zur Identifizierung für Verwaltungsdienste in anderen EU-Mitgliedstaaten verwendet werden.

Die deutsche eIDAS-Middleware ist ein spezieller eID-Server gemäß BSI TR-03130-3, der die Authentisierung bei grenzüberschreitenden Online-Diensten anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union über das eIDAS-Netzwerk realisiert. Damit wird Bürgerinnen und Bürgern anderer Mitgliedsstaaten die Nutzung von Online-Verwaltungsdiensten in Deutschland mit ihren nationalen elektronischen Identifizierungsmitteln ermöglicht. Die eIDAS-Middleware stellt Deutschland den anderen EU-Mitgliedsstaaten sowie der EU-Kommission zur Verfügung.

Die Zertifikate übergab Bernd Kowalski, BSI-Abteilungsleiter ‚Cyber-Sicherheit in der Digitalisierung, Zertifizierung und Standardisierung‘ im Rahmen der Omnisecure 2018 in Berlin an Dr. Stephan Klein, Geschäftsführer der Governikus GmbH & Co. KG.

Governikus entwickelte die eIDAS-Middleware im Auftrag des BSI und war 2017 Konsortialführer im Rahmen des von der EU geförderten Projektes TREATS (TRans European AuThentication Service). Mit TREATS wurde die deutsche eID Server-Struktur an die eIDAS-Vorgaben angepasst.

Aufgrund der erfolgreich abgeschlossenen Notifizierung der deutschen Online-Ausweisfunktion gemäß eIDAS-Verordnung sind alle EU-Mitgliedstaaten ab dem 29. September 2018 verpflichtet, die Verwendung der Online-Ausweisfunkton im E-Government zu ermöglichen. Die Online-Ausweisfunktion soll dann EU-weit für Verwaltungsverfahren, die eine elektronische Identifizierung auf entsprechend hohem Vertrauensniveau erfordern, genutzt werden können. Ebenso sind deutsche Verwaltungsdienste für notifizierte elektronische Identifizierungsmittel anderer EU-Mitgliedsstaaten zugänglich zu machen.

Die Pressemeldung des BSI finden Sie hier.